Rheuma, Rennrad und eine verpaßte RTF

Mrz 29, 2015 0 Kommentare von

mit meinem kleinen Bericht zum 28.03.2015 möchte ich allen Betroffenen und natürlich auch Anderen, einen Einblick in den Umgang zu dieser chronischen Erkrankung erläutern.

Also, nein kleiner Tagesbericht, mit einigen Einblicken zu den Auswirkungen und Möglichkeiten zum Thema Rheuma und Rad. Auch wenn man an dem Tag gesundheitlich nicht so auf der Höhe ist, oft geht was!

Tja, eigentlich wollte ich am Samstag die RTF von Rath/Ratingen fahren. Als der Wecker pünktlich um 6:00 Uhr schellte, war mir schon nach einigen Momenten klar, ups, meine Rheuma hatte mal wieder so richtig zugeschlagen.

Was nun? Ich wollte unbedingt fahren und auch einen Bericht über die Veranstaltung machen. Eigentlich standen 150 km auf dem Plan. 20Km hin, RTF und wieder zurück.

Damit war erstmal nichts. Meine Laune war gleich Null!

Kleines Frühstück, Medis und noch mal hinlegen.

Ok, gegen 11 Uhr wurde ich wieder wach und es ging mir geringfügig besser. Also, fertig machen und ab aufs Rad.

Hier war mir wichtig, den Tag entspannt anzugehen und meine Stimmung zu verbessern. So entschied ich mich erst einmal dazu, bei uns in Benrath einen Milchkaffee zu trinken und es langsam anzugehen.

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Danach ging es dann ab nach Ratingen. Kleiner Gang und lockeres Drehen war angesagt. Erst einmal locker werden, um den körperlichen Zustand langsam zu verbessern.

„Hier ist es wichtig zu erkennen, daß man mit dieser Erkrankung auf dem Rad zuerst steif, unbeweglicher und auch was müder im Kopf ist, als sonst.  Also, hoch konzentriert fahren, man ist ja nicht alleine auf der Straße!“

In Ratingen angekommen hieß es für mich erst einmal Bekannte begrüßen, töttern und lecker essen. An so Tagen ist es nicht unwichtig, soziale Kontakte zu pflegen, um nach und nach den Kopf frei zu bekommen.

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Nach schönen 90 Minuten ging es dann weiter. Na ja, eigentlich bin ich fast geschwommen. Hunde und Katzen regnete es. Ok, ich hatte, clever wie ich nun mal von Zeit zu Zeit bin, meine dicke Regenjacke mitgenommen.

Lintof, Angermund und Kaiserswerth standen als nächste Etappen auf dem Plan. Locker treten, keine hohen Gänge und siehe da, es ging mir nach und nach besser.

Dann war der Keiserswerther Damm dran. Echt schöne Strecke. Kann ich nur empfehlen.

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Weiter Richtung Altstadt Ufer, Hafen, Landtag

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und dann Richtung Benrath.

Nach 63 km war ich dann wieder „At home!“ 

Der Kopf war jetzt was freier und die Schmerzen hielten sich nun echt in Grenzen. Auch war ich lockerer und aufnahmefähiger. Ich dachte mir, OK Alter, alles richtig gemacht.

 

Jetzt möchte ich hier noch einige Anmerkungen machen, die ich bei Rheuma für wichtig halte

Eigene Akzeptanz und soziale Kontakte

Es war gut wie ich vorgegangen bin. Auch wenn die Enttäuschung, die Tour nicht gefahren zu sein, immer noch da war. Hier gilt es für jeden Betroffenen, auf seinen Körper zu hören und sich und seine Möglichkeiten an solchen Tagen zu akzeptieren. Es wäre wohl auch OK gewesen, einfach im Bett zu bleiben. Nicht jedes mal schafft man es sich aufzurappeln. Eigenvorwürfe machen die Sache dann nicht besser.

Ich selber bin im letzten Jahr mehrfach mit Schmerzmitteln vollgepumpt pünktlich am Start gewesen und natürlich auch immer die 111er gefahren. Mehrmals wurde mir schlecht und ich mußte mich übergeben. Hier muß ich versuchen weiter zu lernen und auf meinen Körper zu hören.

Klar kann man auch zum Start fahren, einchecken, töttern und das soziale Miteinander genießen. Wie ich schon sagte, enorm wichtig bei dieser Erkrankung.

Auch ist es möglich, etwas später zu starten und eine kleine Runde zu drehen. Oder man streicht den Tag ganz. Alles OK!

 

Soziales Umfeld und Verläßlichkeit

Nicht nur für einen selber ist so eine Situation nicht einfach, auch für die Radsportfreunde, mit denen man verabredet ist, oder die denken man kommt auch zu der Veranstaltung. In solchen Situationen kann es einem schon mal passieren, daß man recht schnell als unzuverlässig und als Weichei gilt.

Hier hilft es einfach nur, die Situation zu erläutern. Klar, trifft man nicht immer auf Verständnis. Aber anders geht es nicht!

So, es gäbe bestimmt noch viel zu sagen und diverse Themenbereiche zu erörtern, aber ich möchte keine Bleiwüste hinterlassen.

Viele Grüße, habt Mut und hört auf Euren Körper,

Dieter

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