Olympia 2012 in London, eine Nachlese zu den Radsportveranstaltungen

Aug 14, 2012 0 Kommentare von

Mit einmal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze und vielen guten Plazierungen haben die deutschen Radsportler bei den Olympischen Spielen in London erfolgreich abgeschnitten.

Straße Herren:

Der 30 Jahre alte Rostocker verpasste es damit, nach Olaf Ludwig (1988) und Jan Ullrich (2000) dritter deutscher Olympiasieger auf der Straße zu werden. Greipel hatte sich nach drei Etappensiegen bei der Tour de France in starker Form befunden und seine Karriere krönen wollen. Dafür hatte er alle Unterstützung, der BDR hatte nur diesen einen Plan. Bei der letztlich entscheidenden Attacke war kein Fahrer mitgegangen, die Kräfte sollten komplett für das Finale geschont werden. Greipel gewann zwar den Sprint aus dem Feld und wurde mit 40 Sekunden Rückstand 27

Straße Damen:

Auch im Straßenrennen der Frauen verpassen die Deutschen das Podium. Ina-Yoko Teutenberg wird beim Sieg der Niederländerin Marianne Vos

 

Fazit:

Beide Plazierungen sind sehr gut. Man muß bedenken, daß Informationen für die Fahrer über Zeiten, Vorsprünge und andere Fahrer nicht möglich sind.

 

Straße, Zeitfahren Herren:

Tony Martin hat trotz seines bei der Tour de France erlittenen Kahnbeinbruchs Silber im Zeitfahren gewonnen. Bradley Wiggins holte Gold für Großbritannien. Dritter wurde ebenfalls ein Brite.

Der Kampf gegen den Schmerz hat sich gelohnt, die wochenlange Quälerei war nicht umsonst. Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, seit dem Bruch des Kahnbeins in der linken Hand stark beeinträchtigt, holte sich in seiner Spezialdisziplin sensationell die olympische Silbermedaille. Der 27-jährige Wahlschweizer musste sich am Mittwoch in London nur dem überragenden britischen Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins beugen, der am Ende rund 40 Sekunden Vorsprung hatte.

 

Halle, Teamsprint Damen:

“Ich dachte: ‘Geil, Silber’”

Und plötzlich war es Gold: Die Teamsprinterinnen Miriam Welte und Kristina Vogel profitierten bei ihrem Triumph gleich zweimal von Fehlern der Konkurrenz. Erst patzte Großbritannien, dann leisteten sich im Finale die Chinesen einen Fehler. Das Rad-Duo konnte sein Glück kaum fassen.

Die Freude bei Kristina Vogel und Miriam Welte war riesig, gemeinsam bejubelten die deutschen Teamsprinterinnen ihre Silbermedaille im Innenraum des London Velopark. Sogar eine Ehrenrunde hatten sie schon gedreht.

Doch dann beugte sich eine Reporterin der BBC zu Vogel und Welte – und diese schlugen die Hände vor den Mund, konnten ihr Glück kaum fassen. Die schnelleren Chinesinnen waren wegen eines Wechselfehlers zurückgestuft worden, aus Silber wurde Gold, aus Freude wurde Fassungslosigkeit.

 


Halle Keirin, Herren:

Olympia 2012 in London: Bahnradfahrer Levy sprintet zu Silber im Keirin.

Bahnradsportler Maximilian Levy hat dem deutschen Olympia-Team in London eine weitere Silbermedaille beschert. Der Cottbuser wurde am Dienstag im Keirin Zweiter hinter dem Briten Chris Hoy, der seinen insgesamt sechsten Olympiasieg feierte. Der Schotte ist damit der erfolgreichste britische Olympia-Teilnehmer. Bronze teilten sich der Neuseeländer Simon van Velthooven und Teun Mulder aus den Niederlanden.

Levy zog auf der letzten Runde zwar zunächst an Hoy vorbei, doch der 36-Jährige konterte auf der Zielgeraden und ließ Levy keine Siegchance. Für den 25-jährigen Deutschen war es die zweite Olympia-Medaille in London nach Bronze im Teamsprint.

Halle Damen, Sprint, Omnium:

Für Kristina Vogel aus Erfurt blieb nach Gold im Teamsprint in der Einzeldisziplin zuvor nur der vierte Platz. Die sieggewohnten Gastgeber bezogen im Finale eine unerwartete Niederlage. Victoria Pendleton unterlag der Australierin Anna Meares. Von der Niederlage im ersten Lauf, in dem die Lokalmatadorin zurückgestuft worden war, erholte sich Pendleton nicht mehr. Den zweiten und entscheidenden Lauf gewann Meares locker. Bronze ging an die Chinesin Shuang Guo.

Die Britin Laura Trott siegte im Omnium vor Sarah Hammer aus den USA. Für Trott war es schon das zweite Gold dieser Spiele nach dem Sieg in der 3000 Meter-Mannschaftsverfolgung. Bronze ging an die Australierin Annette Edmondson.

Deutsche Fahrerinnen hatten sich für den erstmals im Olympia-Programm gefahrenen Sechskampf nicht qualifiziert.

 

BMX: Herren:

Das Olympia-Debüt der beiden deutschen BMX-Fahrer Luis Brethauer (Betzingen) und Maik Baier (Bietigheim) war bereits nach dem Viertelfinale beendet.

 Brethauer wurde in seiner Gruppe nach fünf Läufen auf dem 450 Meter langen Parcours Fünfter und verfehlte den notwendigen vierten Rang nur um einen Zähler.

Für Baier langte es in seiner Staffel nur zum achten und letzten Platz. Lediglich die jeweils vier Besten in den vier Viertelfinal-Gruppen erreichten das Halbfinale, das am Freitag ausgetragen wird.

“Es ist schon sehr enttäuschend, wenn man sieht, was andere Länder für Möglichkeiten haben”, sagte Baier: “Das ist, als ob man in einem Formel-3-Auto gegen einen Formel-1-Rennwagen antritt. Die Konkurrenz ist zu übermächtig. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht.”

Für Aufsehen sorgten indes wieder zahlreiche Stürze. Im dritten Lauf kamen beispielsweise sieben von acht Fahrern in einer Steilkurve zu Fall, was dem Neuseeländer Marc Willers eine Solofahrt ins Ziel bescherte.

 

Mountainbike Damen:

Bronze in Athen, Gold in Peking, Silber in London

Ein schmerzhafter Sturz im Felsparcours hat Sabine Spitz womöglich um ihre zweite Goldfahrt gebracht, aber auch mit Silber hat sich die Powerfrau in großartiger Manier von der Olympia-Bühne verabschiedet. Im respektablen Leistungssportler-Alter von 40 Jahren und 228 Tagen kletterte Spitz bei den Sommerspielen in London im Mountainbike-Rennen noch einmal auf das Podium und machte nach Gold in Peking und Bronze in Athen ihren Medaillensatz komplett. Den Sieg holte sich nach sechs Runden und 29,26 Kilometern auf der Hadleigh Farm in der Grafschaft Essex die Französin Julie Bresset mit einem Vorsprung von 1:02 Minuten. Bronze ging an Georgia Gould (USA).

 

Mountainbike Herren:

Mit traurigem Blick schielte Manuel Fumic zum Siegerpodest, auf dem sich der Tscheche Jaroslav Kulhavy gerade die Goldmedaille umhängen ließ.

Einen Tag nach dem Silber-Coup von Sabine Spitz verpaßte der 30 Jahre alte Mountainbiker aus Kirchheim/Teck das erhoffte Edelmetall als Siebter deutlich. «Ich bin enttäuscht. Ich hatte mir fest vorgenommen, hier eine Medaille zu holen», sagte Fumic. Neben Kulhavy, dem Weltmeister von 2011, freuten sich auf dem Podest der Schweizer Nino Schurter über Silber und Marco Fontana aus Italien über Bronze. Der mit der Startnummer sieben ins Rennen gegangene Fumic konnte zwar sein bestes Olympia-Ergebnis verbuchen, zufrieden war er damit jedoch nicht. «Auf den ersten beiden Runden war ich gut dabei, dann hatte ich eine Schwächephase. Da haben mir die Körner gefehlt», berichtete der Schwabe.

Völlig chancenlos war Moritz Milatz aus Freiburg auf Rang 34. Riesenpech hatte der französische Top-Favorit Julien Absalon. Nach einem Sturz in der ersten von sieben Runden musste der Olympiasieger von 2004 und 2008 das Rennen auf der zweiten Schleife aufgeben. Noch ärger erwischte es den Briten Liam Killeen, der nach einem Sturz mit Verdacht auf Knöchelbruch ausschied.

 

 

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