Mountainbike: Toller Abschied für Sabine Spitz

Aug 12, 2012 0 Kommentare von

Bronze in Athen, Gold in Peking, Silber in London

Ein schmerzhafter Sturz im Felsparcours hat Sabine Spitz womöglich um ihre zweite Goldfahrt gebracht, aber auch mit Silber hat sich die Powerfrau in großartiger Manier von der Olympia-Bühne verabschiedet. Im respektablen Leistungssportler-Alter von 40 Jahren und 228 Tagen kletterte Spitz bei den Sommerspielen in London im Mountainbike-Rennen noch einmal auf das Podium und machte nach Gold in Peking und Bronze in Athen ihren Medaillensatz komplett. Den Sieg holte sich nach sechs Runden und 29,26 Kilometern auf der Hadleigh Farm in der Grafschaft Essex die Französin Julie Bresset mit einem Vorsprung von 1:02 Minuten. Bronze ging an Georgia Gould (USA).

Gold schien auch für Spitz lange Zeit im Bereich des Möglichen zu sein, ehe ihr das Malheur auf der vierten Runde unterlief. Als sie auf dem zweiten Platz dicht hinter Bresset liegend den Felshang hinunterfuhr, kam sie zu Fall. Spitz rappelte sich schnell wieder auf, doch die Französin holte sie nicht mehr ein. „Ich habe mir etwas das Knie aufgeschlagen, das hat mich im Rhythmus durcheinander gebracht. Georgia Gould ist an mir vorbei, ich habe da versucht an ihrem Hinterrad zu bleiben“, sagte Spitz nach der Zieldurchfahrt.

Auf den Punkt fit

Durch ihren Erfolg bei den Spielen in London stieg sie zur ältesten Medaillengewinnerin im Radsport seit Jeannie Longo 2004 auf. In Athen hatte die „Grande Dame“ des Radsports mit 41 Jahren Bronze im Einzelzeitfahren auf der Straße geholt. „Ich musste unbedingt den zweiten Platz machen, damit ich wenigstens meine Kollektion zusammen bekomme“, sagte Spitz.

Damit gab es für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die sechste Medaille bei den olympischen Wettbewerben. Schon jetzt haben die deutschen Radsportler mit je einmal Gold und Bronze sowie viermal Silber die Bilanz von Peking (je einmal Gold, Silber und Bronze) quasi verdoppelt. Die ehrgeizige Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die am Freitag veröffentlicht worden war, ist aber nicht mehr zu erreichen. Darin waren acht Medaillen, davon drei goldene vorgesehen.

Eine Medaille von Spitz hatten nur die wenigsten Experten erwartet. Als bestes Saisonergebnis hatte sie einen sechsten Platz beim Weltcup Ende Juli in Val d’Isere vorzuweisen. Doch Spitz war wieder auf den Punkt topfit. Von Beginn an hatte sie gut ins Rennen gefunden und mit der Spitzengruppe den Vorsprung stets ausgebaut. Die Wetter-Bedingungen spielten ihr dabei in die Karten. Auf dem 50 Kilometer nordöstlich von London gelegenem Areal waren die 30 Fahrerinnen bei strahlendem Sonnenschein auf die Strecke gegangen. Bei diesen Begleitumständen läuft das „Sonnenkind“ Spitz besonders gern zur Höchstform auf. Und bis zu ihrem schmerzhaften Sturz auf der vierten Runde schien sogar der ganz große Coup möglich zu sein. Am Sonntag hat das deutsche Team noch eine Chance. Im Mountainbike-Rennen der Männer geht Manuel Fumic (30) an den Start.

© Berliner Morgenpost

 

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