Dauphine als Härtetest: Martin steigt in den Ring

Jun 02, 2012 0 Kommentare von

Nach seinem schweren Sturz will sich Martin mit den Top-Zeitfahrern messen. Beim Criterium du Dauphine hat er zwei Möglichkeiten.

Martin gewann 2011 jeweils eine Etappe der Tour de France und der Vuelta

Grenoble – Dort, wo Tony Martin bei der Tour de France einen seiner größten Siege einfuhr, startet der Zeitfahrweltmeister jetzt beim Criterium du Dauphine in die letzte Radrundfahrt vor den großen Highlights dieser Saison.

„Rundum glücklich“ und mit den ersten Erfolgen im Rücken nimmt Martin am Sonntag in Grenoble, wo er 2011 seine erste Tour-Etappe gewann, eine der beiden Härteprüfungen vor der Großen Schleife und den Olympischen Spielen in Angriff.

Dabei sollen vor allem die Zeitfahren Hinweise auf die Verfassung des 27-Jährigen geben, denn im Südosten Frankreichs trifft er auf einige seiner härtesten Konkurrenten.

Prolog und vierte Etappe als Gradmesser

„Ich werde im direkten Duell sehen, wie ich stehe. Das ist ein guter Gradmesser“, sagte Martin.

Wenn der gebürtige Cottbuser im Prolog über 5,7 km und auf der vierten Etappe im 53,5 Kilometer langen Rennen gegen die Uhr antritt, stehen auch der Brite Bradley Wiggins (Sky), Tour-Sieger Cadel Evans (Australien/BMC) oder dessen wieder erstarkter Landsmann Michael Rogers (Sky), zuletzt Gewinner der Bayern-Rundfahrt, am Start.

Schweren Sturz gut verarbeitet

Nur der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara fehlt, der die Tour de Suisse in seiner Heimat bevorzugt ( DATENCENTER: Kalender und Ergebnisse).

Erst am Sonntag hatte Martin die Belgien-Rundfahrt für sich entschieden und gezeigt, dass der schwere Sturz vom 11. April keine Spuren hinterlassen hat. Martin war damals in seiner Schweizer Wahlheimat am Bodensee mit einem Auto kollidiert und hatte dabei schlimme Gesichtsverletzungen erlitten.

Die wenigen Tage ohne Training – bereits nach einer Woche saß Martin wieder auf dem Rad – haben allerdings keinen gravierenden Substanzverlust mit sich gebracht.

Der erste Saisonsieg beim Heimrennen seines Teams Omega Pharma-Quickstep sei zum „perfekten Zeitpunkt“ gekommen.

Traum von Zeitfahr-Gold in London

Nicht nur für die Tour, bei der Martin sich im Prolog in Lüttich das Gelbe Trikot holen will, sondern auch für Olympia in London, wo Gold im Zeitfahren sein großer Traum ist, sieht er sich „voll im Plan“.

Durch den Unfall habe sich lediglich „der Aufbau in Richtung Tour“ verändert. Martin musste nach dem Unfall sein Rennprogramm ein wenig umstellen, der Abstecher nach Belgien war eigentlich nicht darin enthalten.

Im Kampf um den Gesamterfolg bei der Dauphine wird der Deutsche im Normalfall keine Rolle spielen.

Er müsse „erstmal schauen, wie die Form an den längeren Bergen aussieht“, sagte Martin.

Erkenntnisse für die Tour

Wie immer werden die Strecken Erkenntnisse für die Frankreich-Rundfahrt liefern, denn einige Passagen sind wieder identisch mit denen der Tour.

Davon profitierte im vergangenem Jahr nicht zuletzt Cadel Evans, dem dies später entscheidende Vorteile im Duell mit den Luxemburger Schleck-Brüdern Andy und Frank verschaffte.

Streckenprofil äußerst anspruchsvoll

Andy hat sich diesmal auch prompt für die Dauphine und gegen die Tour de Suisse entschieden.

Für die Sprinter werden sich bestenfalls zwei Möglichkeiten bieten, einen Etappensieg zu erringen.

Doch selbst diese Tagesabschnitte sind topografisch anspruchsvoll. Aus deutscher Sicht dürfen sich Martins Teamkollege Gerald Ciolek (Köln) und der gebürtige Geraer John Degenkolb (Argos-Shimano) etwas ausrechnen, müssen dazu aber unter anderem den Norweger Edvald Boasson Hagen (Sky) bezwingen.

 

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