CTF Sturmvogel Essen

Mrz 31, 2014 0 Kommentare von

Ein hartes Stück Arbeit

Am 30.03.2014 lud der Radsportverein Sturmvogel Essen zusammen mit der Essener Radsportgemeinschaft 1900 e.V. das geneigte Publikum zu einer Country-Touren-Fahrt ein.
Angeboten wurden 2 Strecken. Die kürzere Strecke führte über 38km und verlange die Bezwingen von über 850 Höhenmeter, die lange Strecke setzte dem mit 58km und über 1500HM noch einen drauf. Zu diesem frühen Zeitpunkt der noch jungen NRW-CTF-CUP-Saison zwei echte Herausforderungen.

Wie bei den Essener CTFs allgemein üblich und durch die Topografie des Ruhrtals bedingt, gab es wieder keinerlei Warmfahr-Phase. Kurz nach dem Start ging es sofort recht steil bergauf. Und das blieb dann auch so bis zum Ende der CTF. Rauf, runter, rauf, runter. Und das auf jedem denkbaren Geläuf. Kleinste Singletrails, mit Wurzeln und Steinen verblockte Auf- und Abfahrten, zerfurchte Wirtschaftswege, quer liegende Baumstämme und, im Gegensatz zu den Sturmvogel-CTFs der vergangenen Jahre, kaum Asphalt. Allenfalls mal eine kleine ‚Verbindungsetappe‘ auf Straßen, die dieses Jahr aber dankbar als Regenerationsphase genutzt wurde.
Beim ersten Anfahren der Kontrolle musste man sich entscheiden, ob man die kürzere oder die längere Strecke fahren wollte. Ich entschied mich für die lange Version. Ich wollte wissen, was den Essener Sturmvögeln und Kooperation mit der ERG1900 gelungen ist. Und das, was folgte, war die härteste CTF, die ich je gefahren bin. Evtl. auch, weil mir ein Ast recht früh das Schaltwerk zerstörte und ich nur noch auf den drei mittleren Ritzeln fahren konnte. Aber auch andere stöhnten über die fahrtechnischen Anforderungen der Strecke und Menge an Höhenmeter. Dabei war es nicht mal die Menge der Höhenmeter, sondern auch die Qualität der Steigungen. Oftmals auf weichen, mit Wurzeln gespickte Trampelpfaden, mit wenig Traktion und die Wurzel hebelten so manchen Fahrer und Fahrerin beim Anstieg aus. Aber meistens war man schiebend schneller als fahrend. Irgendwann begegnete mir ein Schild, auf dem die nächsten 1,5km mit einer gefährlichen Strecke zu rechnen wäre. Und das wurde sie. Mit Moos besetzte , rutschige fast 20-40cm hohe Steine schauten aus dem Waldboden heraus. Und das auf einer sehr steilen Abfahrt. Hier war Fahrkönnen auf sehr ambitionierten Niveau gefragt. Für einen Teil der CTF-Teilnehmer war es hier wirklich besser zu schieben, wollte man keine ernsthaften, bleibenden Verletzungen haben.
Aber auf solche Gefahrenstellen wurde immer hingewiesen. Von daher absolut legitim. Auch den fortgeschrittensten Fahrern und Fahrerinnen wurde so eine fahrerische Herausforderung geboten.
Nachdem ich mich also nun 20km auf herrlichsten Trails geschunden hatte, führte mich die Strecke ein weiteres Mal an die Kontrolle heran. Zur Verpflegung kann ich leider wenig sagen, da ich diese eigentlich nur bei Strecken jenseits der 100km benötige. Für mich sind das Kontrollstellen und keine All-you-can-eat-Theken.
Nun wurde man also auf die kürzere Strecke geleitet und musste diese abfahren. Obwohl mit fahren jetzt auch tragen gemeint ist. Kurz nach der Kontrollstelle kam eine lange Treppe, die es die Räder hinauf zu tragen galt. Dann extrem steile Anstiege hinter dem Kriegerdenkmal in Nierendorf. Auch hier mussten einige Teilnehmer immer wieder schieben.
Im Vergleich zum Zusatzabschnitt der längeren Runde war der Teil für die kurze Runde nicht ganz so anspruchsvoll, was die Fahrtechnik anging. Aber noch immer ein Kracher. Viele Teilnehmer der kurzen Runde waren zu diesem Zeitpunkt bereits hoffnungslos überfordert und hatten dabei noch knapp 20km vor sich.
Irgendwann wurde es dann aber wirklich ruhiger. Ein wenig die Ruhr entlang, über eine alte Eisenbahnbrücke und es folgte die nächste Treppe hinauf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, ob der Veranstalter auch an ältere Teilnehmer und Nutzern von Pedelecs gedacht hatte. Ein 20-25kg-Fahrrad solche Treppen hinauf zu tragen, ist für manche Teilnehmer schlicht unmöglich ohne andere um Hilfe bitten zu müssen. Und Pedelecs sind laut der Generalausschreibung des BDR für Breitensportveranstaltung wie CTFs seit Jahren zugelassen. Die Veranstalter sollten dem inzwischen Rechnung tragen.
Weiter gings. Rauf, runter, rauf, runter, wobei die Qualität der Steigung aber allmählich nach ließ. Wieder ein wenig die Ruhr entlang, noch eine Steigung, dann stand man vor der nächsten Treppe. Also wieder Rad schultern und nochmals hinauf tragen. So langsam näherte man sich dem Ziel. Zum Abschluss gab es noch ein wenig Ausrollen auf einer Trasse und, wie konnte es anders sein, noch eine Treppe hinauf zu bewältigen. Viele waren es offenbar leid, denn neben der Treppe hatte sich ein frischer Trampelpfad gebildet. Mitten in einer Parkanlage. Übrigens ging 15m weiter links ein fahrbarer Weg entlang. Diese Treppen sind also gezielt in die Streckenführung eingebaut worden. Da ich aus Essen komme und ortskundig bin, kann ich auch sagen, dass man alle anderen Treppen, mit Ausnahme der Treppe nach der Eisenbahnbrücke über die Ruhr, hätte umfahren können. Auf öffentlichen Straßen bzw. Wegen.
Hier sollte der Veranstalter evtl. noch nachbessern. Eine solche Treppenflut auf einer kurzen Strecke halte ich in Hinsicht auf sehr jungen, älteren und Teilnehmern mit Pedelecs für unangebracht.
Am Ziel angekommen fiel mir dann doch auf, dass es fast nichts mehr zu essen oder zu trinken gab. Kaffee, Cola, Kuchen usw. waren zur Mittagszeit ausverkauft. Es gab noch Wasser und Bier. Bratwürstchen gab es auch noch, aber Senf und Ketchup gab es keinen mehr. Auch hier sollte evtl. nachgebessert werden.

Mein persönliches Resümee? Eine Hardcore-CTF mit Kultpotenzial für alle Ausdauerjunkies. Fahrtechnisch herausfordernd wie sonst wohl keine CTF im NRW-CTF-CUP. Daher würde ich sagen, die lange Strecke kann so bleiben, wenn die Treppen wegfallen. Ich möchte Fahrrad fahren und nicht tragen.
Die kürzere Strecke sollte der Veranstalter etwas entschärfen. Die kurze 2013er Strecke war genau richtig. Die konnten alle Teilnehmer bewältigen und sie war trotzdem fahrerisch anspruchsvoll. Die kurze 2014er war nicht mehr familientauglich. Von evtl. MTB-Neueinsteigern ganz zu schweigen.
Da kann ich jedem Verein nur mal empfehlen, bei der Neugestaltung einer Strecke einen ‚Jedermann‘ zu fragen, wie die Strecke zu befahren ist. Nicht jemanden aus einem Radsportverein. Einen normalen Radfahrer ohne große Ambitionen auf die kurze Strecke ansetzen. Das schließt ‚Betriebsblindheit‘ aus.

Hiermit ende ich nun meinen, diesmal wieder sehr ausführlichen Bericht. Es war eine vollkommen neue Strecke, die sich vom Anforderungsniveau gänzlich von dem unterschied, was man sonst von der Sturmvogel-CTF gewöhnt war. Es wenig Feinschliff hier und da und dann passt diese Veranstaltung genau so, wie sie sich gestern präsentierte.

Vielen Dank für eure Ausdauer beim lesen

Euer Cycle Joe

534156_313425692117535_1252242415_a - Kopie

 

 

 

 

 

Noch ein paar Anmerkungen von Peppi und Karen,

super Veranstaltung, tolle Strecke, klasse Trails. Ups, da gab es Treppen und die mußten wir hoch. GRINS Ein Trail erinnerte an eine Alpenabfahrt. Steine usw. Super.

LG und immer wieder!!!

 

Alexander Neumann … zu Deiner passenden Analyse einige bewegte Bilder www.youtube.com/watch?v=KM3rwBTWPgM

DSCF1461 - Kopie DSCF1465 DSCF1462 - Kopie DSCF1464 10169001_427361104066559_1210583340_n 1543509_427361100733226_1261205385_n - Kopie

Allgemein, Nachberichte, News
0 Kommentare zu “CTF Sturmvogel Essen”

Kommentieren.

Sie müssen angemeldet sein um diesen Beitrag zu kommentieren.