20 Minuten, um den Schwindel zu vertuschen

Aug 27, 2012 0 Kommentare von

Dopingvorwürfe gegen Lance Armstrong 20 Minuten, um den Schwindel zu vertuschen

27.08.2012, 11:29

Von Andreas Burkert

Der entlarvendste Dopingfall des Radsports nimmt kein Ende: Nach der lebenslangen Sperre für Lance Armstrong werden immer pikantere Details des Betrugs bekannt. Warnten der Weltverband UCI und die Politik den siebenmaligen Toursieger gar vor Razzien und Kontrollen?

Lance Armstrong ist seit Januar 2011 nicht mehr Radprofi, schon nach seinem ersten Rücktritt im Juli 2005 fuhr er bis zum Comeback 2009 keine Rennen. Doch der Texaner bestimmte trotzdem die Schlagzeilen, die Dopingvorwürfe gegen den damaligen Rekordsieger der Tour de France überlagerten das Geschehen. So ist es auch am Freitag gewesen, als der Weißenburger Sprinter John Degenkolb, 23, seinen dritten Vuelta-Tagessieg feierte.

Wusste er von bevorstehenden Dopingtests? Der frühere Toursieger Lance Armstrong gerät immer tiefer in Erklärungsnot.  (© AFP)

Im Fokus stand nur Armstrong, weil ihn die US-Anti-Doping-Agentur (Usada) lebenslang gesperrt hat, da der in die Enge getriebene 40-Jährige den Kampf verloren gab und auf ein Schiedsgerichtsverfahren verzichtete. Doch auch nach diesem Urteil bleibt Armstrong das große Thema – denn die Enthüllungen dürften kein Ende nehmen.

Noch bevor die Usada ihre Beweise gegen Armstrong offenlegen wird – das wird wohl nicht vor ihren Verfahren gegen Armstrongs Teamchef Johan Bruyneel, Teamarzt Pedro Celaya und Trainer Pepe Marti erfolgen -, dringen weitere Details zum groß angelegten Schwindel um das System Armstrong an die Öffentlichkeit.

Dass der Amerikaner im Wettbewerb nicht positiv getestet wurde (mit Ausnahme eines Vorfalls 1999: keine Sanktion wegen Rezept-Nachreichung), erklärte nun Dopingfahnder Michel Rieu mit Warnhinweisen, die Armstrong vor Kontrollen erhalten haben müsse: „Er wurde stets vorher informiert, also hatte er 20 Minuten, um seine Spuren zu beseitigen. Wir waren machtlos“, sagte der wissenschaftliche Berater der französischen Anti-Doping-Agentur Le Monde.

Mehrfach habe man Armstrong bei unangemeldeten Tour-Tests nicht umgehend kontrollieren können, 2009 sei er erst mal 20 Minuten duschen gegangen. „Die Unterstützung für ihn reichte bis in den Weltverband UCI und in das IOC hinein“ vermutet Rieu. Den längst bestehenden Eindruck, der Weltverband oder gar die Politik hätten Armstrong während seiner Karriere protegiert, verstärkte auch der französische Anwalt Thibault de Montbrial, der bereits in Rechtsstreit mit Armstrong involviert war.

 

Kurz Angemerkt:

Wer von uns gedacht hätte Teams, Verbände, Veranstalter und Trainer hätten mit dem ganzen systematischen Doping nichts zu tun, hat einfach nur die Augen zugemacht und naive seinen Helden zugejubelt.

Die Etappen wurden immer schwieriger und die Fahrer sollten immer schneller fahren. Natürlich nur mit sauberen Mitteln.

Es wurde Jahrzehnte mit medizinischen Mitteln nachgeholfen. Jeder wußte es und die Sponsoren sonnten sich in ihren Helden.

Wer als Fahrer nicht mitmachte war raus aus dem Zirkus und der geschlossenen Interessensgemeinschaft. So einfach war es und ist es in großen Teilen noch heute.

Lance hat das System nur für sich und sein Umfeld genutzt und professionalisiert. Alle haben damals davon profitiert. Im Übrigen auch die Medien, mit ihren Berichten und ihren Einschaltquoten.

Lance hat ein Teil seines Geldes und seine Kontakte dazu genutzt um sich in Sachen Kinderkrebshilfe zu engagieren. Jeep, ganz großes Kino. Ich kenne keinen anderen Fahrer aus den letzten Jahrzehnten der dies gemacht hat.

Für mich persönlich ist dies alles nichts anderes als Hexenjagd, Revanchefouls und Neid.

Es gibt keinen sauberen Sport. Schauen wir mal auf das Eishockey bei Olympischen Spielen an. Hier werden die für die Teilnehmenden Spieler die Dopingkontrollen ausgesetzt, da ansonsten die Profis aus der NHL und anderen Profiligen nicht teilnehmen würden. Das wäre ja absolut schädlich für die Einschaltquoten und die Sponsorengelder!

Besonders hebt sich die amerikanische Regierung heraus. Auf Druck von Senatoren aus beiden Parteien und ihre diversen Kontakte zu Lobbyisten wurden die Mittel für die amerikanische Anti Doping Behörde für 2012 um 40 Prozent gekürzt. Ein Schelm wer darüber Böses denkt!!!!!!!!!!!!!!

 

Bitte nicht falsch verstehen. Ich halte das Vorgehen gegen Doping für absolut richtig. Aber bitte macht einmal Schluß mit dem Gestern und konzentriert Euch auf das HIER und JETZT! Damit haben wir alle genügend zu tun.

Viele Grüße,

Euer Dieter vom Bikekomnet-Team

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